PIKSL Management

Wer längst dachte, dass die Sozialwirtschaft auf der Stelle tritt, sich an liebgewonnenen Traditionen festklammert oder lieber im Schneckenhaus verkriecht als die Fühler auszustrecken, den gilt es davon zu überzeugen: die Branche ist im Umbruch – die Branche will Wandel.

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch die neueste Ausgabe des Magazins „Wohlfahrt intern“. Das Magazin kürt zwanzig Trendsetter*innen der Sozialwirtschaft, die als wichtige Impulsgeber*innen innerhalb ihres Arbeitsfeldes agieren und mutig vorangehen, wenn es darum geht neue Wege „jenseits ausgetretener Pfade“ zu beschreiten.

Einer dieser Köpfe ist Kurt-Ulrich Wiggers. Er ist Geschäftsführer der In der Gemeinde leben gGmbH (IGL) und Initiator sowie Mitbegründer von PIKSL. Die IGL unterstützt Menschen mit kognitiven Einschränkungen in ihrem Alltag. Kundenorientierung ist für Wiggers hierbei essentiell, denn Menschen mit Behinderung wissen, so Wiggers, für sich selbst am besten, welche Hilfe sie benötigen. Mit der IGL erhalten sie einen Dienstleister, der diese Bedarfe ernst nimmt und passgenaue Angebote entwickelt.

Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass die IGL sich bereits 2010 dem Wunsch von Klient*innen nach Möglichkeiten zur digitalen Teilhabe annahm. Wiggers glaubte, dass sich dort ein neuer und zukunftsweisender Dienstleistungssektor entwickeln könnte und erarbeitete, gemeinsam mit Klient*innen sowie Fachkräften aus verschiedenen Fachdisziplinen die Idee eines Ortes, an dem Menschen den Umgang mit digitalen Medien erlernen können sowie gemeinsam soziale und technische Innovationen entwickeln. Entstanden sind daraus die PIKSL Labore in Düsseldorf und Bielefeld.
In 2017 konnte die IGL im Rahmen einer Förderung der SKala-Initiative von Susanne Klatten rund 2,4 Millionen Euro erwirken. Diese Summe ermöglichte die Gründung einer eigenen Skalierungsabteilung, deren Aufgabe in der Beratung von potenziellen Partner*innen liegt, die eigene PIKSL Labore nach dem Modell des Social Franchise in ganz Deutschland eröffnen möchten.

Die Unternehmenskultur der IGL ist durch den Wunsch geprägt, Neues in richtige Richtungen anzustoßen. Dafür wurden Strukturen geschaffen, an denen alle Mitarbeiter*innen und Klient*innen gleichermaßen aktiv partizipieren können. Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Vielfalt sind dabei wichtige Ziele, nach denen die IGL ihr Handeln ausrichtet. Mit Kurt-Ulrich Wiggers hat die IGL dabei einen Geschäftsführer, der nicht nur zukunftsorientiert denkt, sondern vor allem Innovationen von übermorgen schon morgen umsetzt – und das immer mit Blick auf alle, die diese Innovationen mitgestalten oder davon profitieren sollen.

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Alle ausgezeichneten „Köpfe der Sozialwirtschaft“ finden sich im Magazin „Wohlfahrt intern“ Ausgabe 11/2018.

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