Warum digitale Teilhabe in Zeiten von Corona umso wichtiger ist

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PIKSL Management , PIKSL Netzwerk

Was für eine Zeit in der wir leben: der Corona Virus breitet sich aus und das gesamte gesellschaftliche Leben verschiebt sich von der Außenwelt ins heimische Wohnzimmer.
Netflix & Chill, Arbeiten im „Home-Office“, vermehrter Austausch in WhatsApp Gruppen – klingt doch eigentlich ziemlich entspannt, oder?

Wir sind zwar dazu aufgefordert zuhause zu bleiben, aber wenn es darum geht, lediglich soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, klingt das für viele Menschen erst einmal nicht ganz so drastisch und vor allem machbar – schließlich handelt es sich um einen abschätzbaren Zeitraum. In Zeiten von WLAN und digitalen Möglichkeiten z. B. zur Videotelefonie scheint dies wirklich wenig Einschränkungen mit sich zu bringen.

Wenn soziale Distanzierung zu unfreiwilliger Ausgrenzung wird

Welche Auswirkungen aber hat das sog. „Social Distancing“ also die bewusste Beschränkung privater sozialer Kontakte für einen bestimmten Zeitraum, wenn man keinen Zugang zur digitalen Welt hat?
Dann führt Distanzierung zu Isolierung und somit zu unfreiwilliger Ausgrenzung aus der Gesellschaft.

Nach wie vor haben in Deutschland rund 10 Millionen Menschen keinen Zugang zum Internet und dessen vielfältigen Möglichkeiten – eine Zielgruppe die davon besonders betroffen ist, sind Menschen mit Behinderung sowie Senior*innen. Sie leben oftmals in gemeinschaftlichen Wohnformen, die keinen Zugang zum Internet bieten und verfügen mitunter nicht über digitale Endgeräte, die sie nutzen könnten, um mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Wenn dann noch der persönliche analoge Kontakt durch Freunde und Verwandte verstärkt eingeschränkt wird, hat diese Zielgruppe sehr limitierte Möglichkeiten für sozialen Austausch und Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs.

Digitale Teilhabe auch in 2020 noch Mangelware

Für das schrittweise und vor allem einfache Erlernen des Umgangs von Medienkompetenz mangelt es auch in 2020 an barrierearmen Plattformen, Kursformaten und zielgerichteter Begleitung im digitalen Raum. Der Ruf danach ist nicht neu – Deutschland hat sich bereits 2009 mit der Unterzeichnung der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention damit auseinandergesetzt und dazu verpflichtet, dass alle Menschen uneingeschränkt und gleichberechtigt das gleiche Recht haben, an der Gesellschaft digital teilzuhaben. In Zeiten wie diesen zeigt sich allerdings: digitale Teilhabe ist immer noch nicht für alle möglich.

Mit unseren PIKSL Laboren halten wir normalerweise inklusive Lernorte vor, die genau diese Möglichkeiten schaffen – als Begegnungsorte, in denen jeder kostenfrei Zugang zum Internet erhält und lernt damit umzugehen. Aber auch mit dem Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes, durch die Unterstützung der SKala-Initiative, mit bislang fünf Standorten sind auch wir noch nicht an dem Punkt angelangt, um einer solchen Pandemie entgegenzuwirken. In Zeiten von Corona müssen auch wir uns dazu entscheiden diese Lernorte vorübergehend zu schließen.

Gemeinsam Innovationen schaffen & digital zusammenrücken

Was heißt dies jetzt für unser PIKSL Netzwerk? Wir werden die kommenden Wochen intensiv dafür nutzen, um uns und vor allem unsere digitale Arbeit in den Blick zu nehmen. Ideen sind genug da – wir wollen neue Formate schaffen, digitale Barrieren einreißen und ja, es klingt vielleicht pathetisch, aber: wir wollen digitale Teilhabe für alle Menschen erreichen.

Wenn Ihr uns dabei unterstützen wollt, sei es mit Ideen, Vernetzungsmöglichkeiten, Aktionen – meldet Euch bei uns,
z.B. über E-Mail an machteseinfach@piksl.net

Wir wollen wachsen, wir wollen, dass auch in Zeiten wie diesen, niemand abgeschnitten ist, sondern die digitale Welt das heimische Wohnzimmer wird, in dem man sich austauscht und sich zur Seite steht.

#MachtEsEinfach #DigitaleTeilhabe #JetztUndFürAlle

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