PIKSL Management

Eine großartige Veranstaltung! PIKSL war eingeladen am Fachtag #Teilhabe 2.0 aktiv der Bremischen Landesmedienanstalt in Kooperation mit der Landesbehindertenbeauftragten Bremen und dem Martinsclub Bremen e.V. teilnehmen.
Den Auftakt machte Aktivist Raul Krauthausen – innerhalb eines vollbesetzten Plenums schilderte er seine Standpunkte zum Thema digitale Inklusion. Im Anschluss stellten Prof. Dr. Ingo Bosse und Düsseldorfer PIKSL Laborleitung Dr. Nadja Zaynel die Ergebnisse der MeKoBe-Studie (Medienkompetenz in der Behindertenhilfe) vor. Hierbei wurden die Nutzungspotentiale von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeit untersucht und aktive Fortbildungs-Modulpläne für Mitarbeiter*innen von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung zur Medienkompetenzvermittlung entwickelt. Die gesamte Studie finden Sie unter folgendem Link: MeKoBe-Medienkompetenz in der Behindertenhilfe.

Im Anschluss gab es eine Reihe von Workshopangeboten. Bernhard Spelten vom PIKSL Management Team durfte leitete eine Arbeitseinheit mit dem Thema „Peer-to-Peer: Medienkompetenz auf Augenhöhe“. Hieran nahmen 16 Teilnehmer*innen statt. Die heterogene Gruppe setzte sich aus Mitarbeiter*innen der Eingliederungshilfe, Forscher*innen aus dem universitären Kontext, Lehrkräften aus Förderschulen und interessierten Menschen zusammen, welchen ein Interesse an der Digitalen Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten gemein war.

Die erste Workshopeinheit bestand aus einem Impulsvortrag. Dort berichtete Bernhard Spelten über die Arbeit von PIKSL. Das PIKSL mobil Angebot, in dem Menschen mit Lernschwierigkeiten anderen Menschen mit Lernschwierigkeiten ein niederschwelliges Angebot zur Digitalen Teilhabe mit Tablet PCs anbieten, ist klassisch als Peer-to-Peer Format zu verstehen. Bei Peergroups handelt es sich um Menschen mit gleichen oder ähnlichen Ansichten, Status oder Handlungsweisen. PIKSL definiert im Kontext der Medienkompetenzvermittlung Peergroups von digital im Abseits stehenden Menschen. Unsere PIKSL Expert*innen mit Lernschwierigkeiten kennen die Situation des nicht an den Neuen Medien teilhaben können noch sehr genau. Sie vermitteln in einer Kursreihe Menschen ohne Behinderungen ihr im PIKSL erworbenes Wissen!

Nach einer anschließenden Diskussion ging es in die wohlverdiente Mittagspause. Im zweiten Teil des Workshops mussten die Teilnehmer*innen selbst arbeiten. Bernhard Spelten forderte die Gruppe auf sich in Kleingruppen zu verschiedenen Themen auszutauschen. Das Ziel sollte sein, dass jede/r Teilnehmer*in den Workshop mit einer individuellen Checkliste zur Implementierung digitaler Angebote im eigenen Unternehmen verlassen sollte. Hierzu gehörten die Themen: „Hürden identifizieren“ „Potentiale entdecken“ „Wünsche ermitteln“ und „Umsetzungsschritte planen“.

Die ersten beiden Begriffe zu den Hürden die in allen vier Kleingruppen vielen waren „Zeit“ und „Geld“. Insgesamt ließen sich vier Gruppen von Hürden identifizieren: sächliche, im Personal liegende, gesellschaftliche oder rechtliche und in den Nutzenden sich befindliche Hürden. Ein erstes großes Learning für die Teilnehmer*innen war die Tatsache, dass bei den Nutzer*innen die wenigsten Hürden liegen. Das PIKSL Prinzip „macht es einfach“ also probiert euch aus, wurde in dem Zusammenhang mehrfach genannt Nach der ersten Zwischendiskussion starteten die Kleingruppen damit die Potentiale in ihren Einrichtungen zu beleuchten. Ein wichtiger Aspekt war, dass es ja schon viele Endgeräte gibt. Außerdem wurde die Kreativität von Mitarbeiter*innen und Klient*innen mehrfach genannt. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Motivation. Es wurde sehr deutlich, dass es einen Change in der Haltung der Belegschaft, aber auch der Entscheider*innen in einigen Diensten geben muss.

Nachdem im Plenum über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen wurde die Wünsche der Mitarbeitenden und der Klient*innen zu ergründen und hier aus der Praxis verschiedene Ansätze von den TN aufgeführt wurden ging es in der letzten Kleingruppendiskussion darum die konkreten nächsten Schritte zur Implementierung eines Medienkompetenzangebotes zu planen.

Das schönste Geschenk…

… das man als Workshopleiter*in erhalten kann ist es nicht allein die Ergebnisse zu präsentieren. Zwei Teilnehmer*innen erklärten sich bereit dem Plenum aus den Workshops zu erzählen und ihre eigene Checkliste und die nächsten Schritte zu erläutern. Einer der Teilnehmer*innen sagte: „Ich habe letzte Woche einem Bewohner den Kauf eines Tablet PCs quasi untersagt. Diese Handlung werde ich revidieren und gleich nächste Woche mit ihm ein Tablet kaufen!“

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