Audioguide Lingusio

Sammeln, Forschen und Bewahren, das sind die Grundpfeiler auf welche die meisten Museen heute ihre Arbeit konzentrieren. Aber wie kann man durch Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung aus einem Museum einen Ort der menschlichen Begegnung, des Schauens, Entdeckens und des Lernens machen?

Mit dieser Aufgabenstellung für ihre Bachelorarbeit in Industrie-Design an der Folkwang Universität der Künste in Essen kam Antonia Eggeling im Jahr 2013, vermittelt durch einen Dozenten, wie so mancher forschender Student, zu uns ins PIKSL Labor nach Düsseldorf. In der direkten Arbeit mit ihrer Zielgruppe wurde dann schnell klar, Menschen mit Behinderung sehen mehr, als die sogenannten Kunstexpert*innen. In mehreren Workshops wurden schließlich die Inhalte für einen speziellen Audioguide erarbeitet. Und so rückte die Perspektive der Referenzgruppe und die damit verbundenen Beschreibungen, Assoziationen und Reflektionen die Kunstwerke in ein ganz neues Licht.

Das Ergebnis: Lingusio – ein Audioguide in Schal-Form und drei verschiedenen Farben, die auch unterschiedliche Inhalte transportieren. Mit dem Wissen, dass der Besucher mit einem andersfarbigen Schal auch einen anderen Kommentar hört, soll die Neugier geweckt und ein Dialog zwischen den Besuchern in Gang gebracht werden. An der Arbeit mit den PIKSL Expert*innen schätzt Eggeling vor allem deren Freude und Begeisterung sowie die Unkompliziertheit der Administration. Das wachsende Selbstbewusstsein ihrer „Mitentwickler*innen“ im Kontakt mit der Kunstwelt, hat sie zusätzlich motiviert. Für den Stand der Landesregierung NRW auf der REHACARE 2015 wurde Lingusio zum ersten Mal in einer Kleinserie produziert, erprobt und genutzt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter http://antoniaeggeling.com/erlebniswelt-museum/