Düsseldorf

Wer am Samstag zum PIKSL-Parcours kam, konnte sich über viele Handicaps informieren und selbst erfahren, wie schwer es ist, die Hürden im Kommunikations- und Computeralltag zu nehmen. Alle konnten mitmachen: In der Zeit von 10 bis 14 Uhr informierten sich insgesamt rund 80 Gäste und Passanten im PIKSL-Labor, wie Barrierefreiheit in der Computertechnologie aussehen kann – für Menschen mit und ohne Behinderung.

Wie fühlt es sich an, wenn man schlecht lesen und schreiben kann, sehbehindert ist oder die Finger sich kaum bewegen lassen? „Da ist man ganz schön verloren, wenn man auf der Tastatur keine Orientierung hat“, staunte Ingrid Hartmann, die das PIKSL-Labor zum Aktionstag am 5. Mai besuchte. „Ich kann normalerweise recht flott am Computer schreiben, aber hier finde ich mich nicht zurecht.“ Die Arzthelferin aus Düsseldorf probierte am Computer-Parcours ein Lern- und Schreibprogramm aus – allerdings ohne Buchstaben auf der Tastatur, die waren abgeklebt.

Die zweite Computer-Station warnoch kniffliger: Durch eine verkratzte Brille blickend, sollten Besucher ein Online-Spiel testen, das über Farberkennung zum Ziel führt. „Ich musste ganz nah ’ran gehen, weil ich nicht einmal den Cursor der Maus erkannt habe“, erklärte Dietmar Schaefer. „Eigentlich bin ich sehr computeraffin, aber bei der schlechten Sicht bräuchte ich so etwas wie ein Signal, vielleicht einen blinkenden Pfeil, damit ich überhaupt weiß, wo ich gerade auf dem Monitor bin“, regte der 50-jährige Düsseldorfer an.

Jedes Jahr am 5. Mai gehen Tausende auf die Straße, um für eine Gesellschaft zu demonstrieren, die niemanden ausschließt. Das PIKSL-Labor in Düsseldorf beteiligte sich unter dem Motto „Jede Barriere ist eine zu viel“ und mit Unterstützung der Aktion Mensch mit einem Internet-Parcours am Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

 

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