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SpeedLab „digitale Inklusion“

, von Christoph Wiche

Christoph Wiche stellt die Ergebnisse der Workshops vor

PIKSL-Team besuchte SpeedLab „digitale Inklusion“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Das Veranstaltungsformat „SpeedLab“ ist eine Kombination aus Diskussion, Vortrag und Workshop - fast wie ein Speed-Dating. Die Veranstaltung fand im KulturBahnhof Kassel statt. Nach einer freundlichen Begrüßung der Veranstalter wurden Grußworte und zwei spannende Vorträge gehalten. 

Als erstes sprach Frau Prof. Amrhein von der Universität Bielefeld über den Begriff „Inklusion“. Sie erklärte, dass der Begriff ganz unterschiedlich verwendet wird und „momentan eigentlich alles Inklusion ist“. Auch ist das deutsche Schulsystem nicht auf das Thema Inklusion vorbereitet und viele Lehrerinnen und Lehrer sind verunsichert. Frau Prof. Amrhein betonte, dass es bei Inklusion um „alle Schülerinnen und Schüler“ geht. In Reykjavík besichtigte sie eine Schule, die von allen Kindern besucht wird. Dort werden - neben Schulbüchern - auch digitale Medien wie Tablets eingesetzt. In Island lernen die Lehrerinnen und Lehrer bereits in ihrer Ausbildung, wie digitalen Medien im Unterricht eingesetzt werden können.

Dann sprach Herr Dr. Pelka von der TU Dortmund über „Digitale Inklusion - Digitale Exklusion - Teilhabe in einer digitalisierten Gesellschaft“. Er hob hervor, dass „Menschen mit digitalem Zugang viele Vorteile haben“ (zum Beispiel Preisvergleiche, Nachrichten und Informationen). Fast 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland (Erwachsene) nutzen das Internet. Jedoch sind In Deutschland fast 16,5 Millionen Menschen nicht Teil der digitalen Gesellschaft (20 Prozent) (weitere Informationen in der ARD/ZDF-Onlinestudie) - in Island waren lediglich 2 Prozent der Bevölkerung noch nicht online. Herr Dr. Pelka sprach vom Risiko der Ausgrenzung und Benachteiligung für bestimmte Gruppen und schlug vor, dass es mehr Bildungsorte wie das PIKSL Labor geben sollte. Auch könnten Büchereien zu digitalen Lernorten werden.

Zum ersten Kennenlernen und zur Auflockerung gab es eine kleine Aktion: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich zu bestimmten Fragen aufstellen. So wurde etwa gefragt, von wo die Teilnehmenden angereist sind und wie weit die Themen Inklusion und Medienbildung im eigenen Arbeitsbereich umgesetzt sind? Nach einem interessanten Vormittag zum Thema „Digitale Inklusion“ und Einblick in die Bildungsarbeit mit Medien in anderen Ländern konnten wir uns schließlich stärken.

Nachmittags haben wir nacheinander drei Workshops angeboten und von PIKSL und unserer „Arbeitsweise auf Augenhöhe“ berichtet. Wir haben uns kurz vorgestellt und haben mit den Teilnehmenden über „digitale Inklusion“ gesprochen und diskutiert. Insbesondere die inklusive Medienbildung, die Zusammenarbeit mit Hochschulen und die Finanzierung des Angebots haben die Teilnehmenden interessiert. Zudem haben wir viele Materialien mitgebracht und die PIKSL Leitfäden, die wir für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erarbeitet haben, vorgestellt. Den Wunsch nach inklusiven digitalen Lehrmaterialien sowie einen Ratgeber für Schülerinnen und Schüler, welche Einstellungen und Hilfsprogramme die Computernutzung erleichtern können, haben viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer geäußert. Schließlich wurden wir damit überrascht, die Ergebnisse unserer drei Workshops auf der Bühne zu präsentieren.

Zum Abschluss hat Miriam Menzel von der Kooperative Berlin ein Tages-Feedback und einen Ausblick gegeben. Ganz zum Schluss gab es noch einen kurzen Filmbeitrag über den Tag, der demnächst auch auf der Internetseite der Werkstatt der bpd zu sehnen ist.

Wir würden uns sehr freuen, von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu hören oder sie in Düsseldorf im PIKSL Labor auf einen leckeren Kaffee zu treffen. Es war spannend mitzubekommen, wie Schulen mit dem Thema Inklusion umgehen und es umsetzen. Auch wurde deutlich, dass Schulen in Island viel mehr mit Computer und Tablets im Unterricht arbeiten. Mit digitalen Bildungsmedien könnten individuelle Interessen und Lernniveaus der Schülerinnen und Schüler viele stärker berücksichtigt werden. Zudem können digitale Medien und Orte wie das PIKSL Labor eine Beitrag zur Inklusion leisten.

Christoph Wiche und Benjamin Freese

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