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Software kann Menschen helfen und Behinderung ist kein Grund, nicht mitmachen zu können

, von Danijel

Danijel Kostic besucht normalerweise die Louis-Braille-Schule in Düren und wohnt dort im Internat. In der Schule werden sehbehinderte oder blinde Kinder und Jugendliche unterrichtet. Im Rahmen eines zweiwöchigen Schülerpraktikums hat Danijel im PIKSL Labor mitgearbeitet. Danijel erzählt, warum er begann, sich mit Computern zu beschäftigen und berichte über seine Erfahrungen im PIKSL Labor. Gerne würde er nach der Schule im Bereich Informatik tätig sein: Ich heiße Danijel und bin 18 Jahre alt. Ich bin von Geburt an sehbehindert, konnte jedoch Farben und Umrisse sowie Schatten und hell-dunkel Unterschiede wahrnehmen. Mit 12 Jahren hat sich das alles nochmal verschlechtert, so dass ich jetzt gar nichts mehr sehen kann. Mit ungefähr 13 Jahren habe ich mich dann auch entschieden, noch Intensiver mit PCs zu arbeiten.

Was unter anderem daran lag, dass die Schule, zu der ich gewechselt bin viel intensiver mit PCs im Unterricht arbeitet als die vorherige Schule. Deshalb bin ich auch mit dem PC erst richtig in Berührung gekommen. Ich wollte schon von klein auf am liebsten alles wissen und verstehen, wie einfach alles funktioniert. Mein ursprünglicher Wunschberuf sollte auch eher etwas mit Elektronik zu tun haben. Ich verstand aber schon früh, das das nichts werden kann, aufgrund meiner Sehbehinderung. Am PC ist mir aufgefallen, dass die Behinderung eigentlich keine Rolle spielt. Ich kann mit meinem PC alles machen, was sehende auch machen, bei einigen Sachen sogar schneller als sehende. Ich stellte fest, dass es beim PC keine Barrieren gibt, und wenn dann sind die meisten zu überwinden. Seit dem bastle ich herum und habe mir jetzt schon den zweiten Raspberry Pi gekauft. Das ist ein PC, der nur aus einem Teil besteht, er wurde Komplett gelötet. Das Besondere daran, dieser PC ist sehr günstig. Also kann man, wenn etwas daran kaputt gehen sollte, auch früher oder später einen neuen kaufen. Er ist wesentlich kostengünstiger als die herkömmlichen PCs. Der Raspberry Pi ist auch eher für Bastler, was natürlich kein Zufall ist. Wieso PIKSL Labor? Diese Frage ist ganz einfach geklärt, ich habe einen Betrieb gesucht, bei dem im Vordergrund steht, Barrieren abzubauen und den PC für jeden zugänglicher zu machen. PIKSL ist so ein Unternehmen. Was habe ich bei PIKSL gemacht? Während der Zeit des Praktikums habe ich bei den Kursangeboten mitgemacht und ein eigenes Projekt fortgeführt. Insgesamt waren es zwei Kurse, der Computer- und der Tablet-Kurs. Beim Computerkurs für Senioren war ich für zwei Personen zuständig, denen ich dann geholfen habe. Der Tablet-Kurs, bei dem ich mitgemacht habe, ist Grade angefangen und ich habe in der ersten Woche einige Anregungen gegeben, welche Themen interessant sein könnten. Mein Projekt während des Praktikums bestand darin, eine Linux -Distribution so zu modifizieren, dass sie für jeden bedienbar ist. Dazu habe ich einige Programmpakete entfernt und durch barrierefreie ersetzt, oder neue - meiner Meinung nach hilfreiche - hinzugefügt … Erfahrungen im Praktikum? Ich habe noch mal feststellen können, dass Software großes Potenzial hat, Menschen zu helfen und Behinderungen kein Grund sind, an etwas nicht mitmachen zu können, und dass es für diese Probleme - die jeder mit seiner Individuellen Einschränkung hat - Lösungen gibt. Wie geht es weiter? Ich habe mich entschieden, nach dem Praktikum bei PIKSL weiter zu machen, dazu werde ich Freitags und/oder Samstags in das PIKSL Labor kommen und dann werde ich mal sehen, was ich so machen kann. Ich habe bisher mitgekriegt, dass ich Programme testen kann oder Internet Seiten auf Nutzbarkeit für blinde und sehbehinderte prüfen darf. Darüber hinaus werde ich wahrscheinlich an der Linux-Distribution weiterarbeiten und erweitern können. Fazit: Mir hat das Praktikum sehr gut gefallen und ich habe viele interessante Sachen und Leute kennen gelernt. Am besten finde ich es immer noch, dass ich jetzt auch am Wochenende eine Möglichkeit habe an etwas teilzunehmen, dies war bisher schwierig, da ich nur am Wochenende zu Hause in Düsseldorf bin und die meisten Freizeitangebote in dieser Richtung meist unter der Woche sind.

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